a n c i l l a e
nachtsplitter ist ein Ancilla-fokussiertes Spiel. Das heißt zunächst einmal, dass das Regelwerk so gebaut ist, dass es „Standardmäßig“ von einem Ancilla als Startcharakter ausgeht. Und zwar OHNE dass man dafür eine hochgezogene Augenbraue oder den flapsigen Vorwurf „Powergamer“ bekommt.
Dieser Vorwurf wäre nämlich auch falsch: In einem Spiel, in dem der Machtdurchschnitt letztlich dem entspricht, was White Wolf selbst einmal für „das ALTE Europa“ fixiert hat, ist ein Ancilla einfach „das Normale“.
Für das Spiel liegt der primäre Vorteil darin, dass man bei nachtsplitter die Dimension der Zeitlichkeit und Ewigkeit stärker einbinden darf. Man darf mit älteren Plotsträngen spielen, darf sich in Kostümen oder Geisteshaltungen anderer Epochen verlieren, sprich: Man darf endlich nicht nur Lost Boys, sondern auch Lestats und Cravens spielen!
Wenn jemand gerne einen Neonaten spielen möchte, weil ihn diese Rolle reizt, dann darf er es sehr gerne tun. Aber eben nicht, weil er muss – nur, weil er dazu echt BOCK hat.
Umgekehrt dient der Ancilla-Titel und die mit ihm einhergehende größere Macht (politisch ebenso wie von den Disziplinen her) natürlich nicht der reinen Selbstbespaßung: Jede Macht birgt auch Verantwortung, und das Credo des Spieles ist und bleibt, dass man vor allem für die anderen, erst dann für sich selbst spielt.
Eine Warnung daher an alle, die einen kaugummikauenden, flapsig agierenden, rumprollenden Hohl-Ancilla aufs Parkett legen wollen: Die Mehrzahl der Charaktere sind selbst Ancillae, und diese werden das Unkraut in ihren eigenen Reihen auszumerzen wissen. Man hat schließlich einen Ruf zu verlieren – und einen Stand zu verteidigen.
Was übrigens Ahnen angeht: Ja, auch diese werden als Charaktere spielbar sein. Das Spiel wird tatsächlich um eine Etage nach oben verlegt – ein Spiel auf Basis des (uralten) „Elysium“-Buches ist endlich auch LIVE möglich!
Das Kernprinzip dabei ist, dass die „Basisrolle“ ein Ancilla ist. Entscheidet man sich dafür, einen schwächeren Neonaten zu spielen, erhält man dafür für das Spiel einen ausgleichenden „Neonaten-Vorteil“. Wer umgekehrt einen Ahnen spielen will, nimmt dafür einen speziellen „Ahnen-Nachteil“ in Kauf. Und das war’s auch schon.
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