p r i n z i p i e n
nachtsplitter ist ein Neuanfang. Keine ewige Wiederholung dessen, was andernorts in Berlin bereits gespielt wurde. Darum gelten einige Grundprinzipien, die diesen Nauanfang vom Start weg untermauern:
Da capo al fine. Egal ob ein Spieler die früheren Berliner Spielrunden kennt oder nicht: bei nachtsplitter sind alle Namen und Konzepte gesperrt, die schon einmal in einem früheren Berliner Spiel auftauchten. Zu vermeiden sind also „aufgewärmte“ Konzepte wie der slawische Tremere aus Zigeunerblut oder der eiserne Ventrue-Prinz ebenso wie die Benennung beliebiger Rollen mit Namen wie Hiob, Gustav, Arkadan, Ellison, Ramon oder Persia. Spieler, welche die „alten“ Rollen und Rollenmuster kennen, sind dazu aufgefordert „über den Tellerrand hinaus“ zu denken und sich was wirklich Neues einfallen zu lassen. Spieler, die unvorbelastet früherer Runden sind, werden darum gebeten zu verstehen, dass bestimmte Namen oder Rollentypen nicht zugelassen werden, auch wenn sie mitnichten wissentlich „geklaut“ oder „aufgewärmt“ sind.
Domänenschande. Trotz allem Bemühen um eine gänzlich neue Berliner Vampir-Story bleibt ein Faktor natürlich bestehen: Das hier ist immer noch Berlin. Von daher muss es auch in der neuen Story Hintergründe dazu geben, wie Berlin sich von einem unbedeutenden Sumpffleck zu einer größenwahnsinnigen Staatsmacht erhoben und hernach zerschlagen und zerteilt wurde. Und glaub mir: Die Story wird trotzdem eine gänzlich andere sein.
Klaustrophobia. Es ist nach besten Wissen und Gewissen nicht davon auszugehen, dass nachtsplitter zu Beginn oder jemals über eine große Spielerzahl gebieten wird (obwohl die seltene Spielweise und der Gedanke des kompletten Neustarts sicher dazu beitragen wird, genau das doch zu erreichen). Diese Kleinheit der Spielerzahl im Kopf, wird das Konzept der Runde fest auf dem Gedanken einer Domäne fußen, die aus wenigen, dafür aber mächtigeren Vampiren besteht. Ohne allzuviel vorweg zu nehmen, sei gesagt dass Berlin ein Exil, ein Gefängnis ist. Eine Domäne unter einem Bann der Camarilla, politisch erwirkt durch die Prinzen jener Städte, deren Domänen im Zweiten Weltkrieg durch deutsche Bomben zerstört wurden. Und die keinerlei Veranlassung sehen, diesen Bann je wieder zu heben (wofür sie leisen Applaus der westdeutschen Prinzen haben, die mit der Vormachtstellung Preußens und Berlins schon immer ein Problem hatten). Berlin steht somit unter Dampf – und kann überschüssigen Druck nicht nach außen abgeben. Die Berliner Vampire sind im doppelten Sinne verdammt: Zum Dasein als Vampir, und dazu, Berlin nicht verlassen zu können.
Spielerlos. Richtig gelesen: Es wird keine Spieler bei nachtsplitter geben. Jeder Teilnehmer am Spiel ist Orga, und zwar nicht nur für sich, sondern alle. Vielleicht kennt man das Grundprinzip aus einigen Tischrollenspielen, bei denen die Spieler in die Beschreibung der Szene oder die Abwicklung von Aktionen (inklusive Handlung von NSCs) eingebunden werden. nachtsplitter macht genau das auch im LARP möglich. Ob man die Spielweise nun als SL-loses Spiel betrachtet, bei dem jeder Spieler mehr Mitbestimmung hat und Richtungsentscheidungen gemeinsam getroffen werden, oder ob man sagt dass nachtsplitter genau das Gleiche ist wie eine dieser heutzutage typischen MiniMaskeradeRunden aus 5 SLs und 2 Spielern, nur dass die letzten 2 Spieler auch noch zu Orgas gemacht wurden, ist eigentlich Banane: Jeder der schonmal Orga war weiß, dass auch ein Spiel gegen andere Orga-Charaktere voll Bock bringt, obwohl beide Seiten alle Hintergründe kennen und von daher keine „Geheimnisse“ haben. In diesem Sinne gibt es nach Start des Spiels eigentlich nur ein Geheimnis:
Was in deinem eigenen Kopf vorgeht, und was dein Charakter vorhat.
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- Published:
- 10.5.2008 / 00:00:49
- Category:
- Blog
- Tags:
- aas, berlin, larp, live, maskerade, masquerade, nachtsplitter, rollenspiel, vampire
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