j y h a d

Eine der zahlreichen Neuerungen bei nachtsplitter ist das JYHAD Prinzip: Jeder Charakter startet mit einer fixen Zahl von Jyhad-Punkten. Neue Jyhad-Punkte erhält jeder Charakter automatisch für jede Session, an der er teilnimmt.

Mit Einsatz eines Jyhad-Punktes kann ein Spieler eine „Chefaktion“ bringen. Zum Beispiel eine verschärfte Wirkung seiner Disziplin ansagen. Oder die eigene Kampfkraft boosten. Vor allem aber einem anderen Vampir einen seelischen Konflikt aufs Auge drücken, indem er im laufenden Spiel ein Element der Story hinzufügt, dem er durch Verbrennen des Jyhad-Punktes sofortige Gültigkeit und Relevanz(!) verleiht.

Der Ahn tritt vor. Unstetes Feuer scheint seine Augen in kaltem Hass zu entflammen. Er zieht blank, tritt auf seinen Herausforderer zu. „Sag mir, Kind, was mich daran hindern sollte, dich hier und jetzt für deine Anmaßung abzuschlachten?“ Das Kind lächelt: „JYHAD! Weil ich als einzige Seele auf Erden ergründet habe, was mit Eurem Weib geschah, nachdem Ihr es sterbend zurückgelassen habt.“

Da JYHAD angesagt wurde, ist die Ansage des Charakters zum Fakt für das Spiel geworden und hat ebenfalls durch Verbrennen des JYHAD Punktes sofortige Relevanz für den Ahnen in dieser Szene. Er darf die Ansage nicht ignorieren oder über sie hinweggehen. Sie darf ihm auch nicht egal sein. Und nein, er darf sich auch nicht in blindem Hass auf das Kind werfen und es zu Blutbrei zermatschen.

Mit Ausgabe des JYHAD Punktes hat der Spieler die Szene „gekauft“ und „für sich entschieden“. Zwar bleibt es dem Ahnen unbenommen, nach Ende des Abends finstere Rachepläne zu schmieden – aber der Fakt bleibt bestehen, dass das Kind etwas weiß, von dem der Ahn es nicht riskieren kann, dass dieses Wissen verloren geht.

Im übrigen basiert die Ansage des Spielers im obigen Beispiel natürlich auf einem konkreten, wichtigen Detail der Hintergrundgeschichte des Ahnherren, das der Spieler in dessen Eintrag im nachtsplitter Wiki zuvor gelesen hat („… stolpernd trat er einen Schritt zurück, entsetzt über seine grausame Tat. Seine Bestie hatte ihr erstes Opfer gefunden. Heulend warf er sich in die Nacht und stürmte davon …“).

In jeder Szene oder Konfrontation kann nur 1 Jyhad-Punkt eingesetzt werden. Derjenige, der zuerst JYHAD erklärt, hat diese Szene damit sozusagen „gewonnen“ (= gekauft) und eine Art „SL-Oberhoheit“ über die Szene.

Mit dieser immensen Macht geht eine Beschränkung einher: Dass die, welche mit JYHAD konfrontiert wurden, für das weitere Spiel erhalten bleiben müssen (nur so macht ein JYHAD immerhin Sinn). Das heißt, der Gegner kann in tödliches Unglück gestürzt werden, auch zerschmettert werden, zum (seelischen oder körperlichen) Krüppel gemacht oder dergleichen. Aber er kann nicht vernichtet oder in Starre gebracht oder auf andere Art und Weise dauerhaft durch die JYHAD Aktion aus dem Spiel genommen werden.

Darüber hinaus fungieren Jyhad-Punkte auch als Erfahrungspunkte, die zur Stärkung des eigenen Charakters verwendet werden können. Steigerungen werden offen gegenüber allen Teilnehmern erklärt, so wie alle Charakterbögen (= Disziplinspunkte) ohnehin offen allen bekannt sind (offplay). Nicht zuletzt ist zu jedem Charakter offen bekannt, wieviele Jyhadpunkte er insgesamt je erhalten hat und wieviele davon noch „frei“ (= weder zur Steigerung verwendet noch auf Sessions verbrannt worden) sind.

Wichtig ist: Die Zahl der Jyhad-Punkte basiert nicht auf der Macht des Charakters, sondern der Dauer des Mitspiels (sofern sie aufgespart wurden). Sie sind somit ein Mittel des Storytelling, durch das auch kleine, unbedeutende Charaktere wichtige Auftritte haben können, die das Spiel und die Domäne entscheidend mit beeinflussen.


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